Wer reitet so spät durch Nacht und Wind
Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?
Es ist der Vater mit seinem Rind.
Er hält das Kalb wohl in dem Arm.
Er hält es sicher, er hält es warm.
"Mein Kalb was birgst du so bang deine Hörner?"
"Sind die von dir nicht viel schöner?
Deine Hörner, groß und gewunden."
"Mein Sohn, sie sind verschwunden."
"Du liebes Rind, komm her zu mir,
Ganz leckeres Wasser bringe ich dir,
Ganz leckere Kräuter sind auf der Alb-"
"Warum Rind? Ich bin ein Kalb."
"Mein Vater, mein Vater und hörst du nicht,
Was der Ährenkönig mir da verspricht?"
"Sei klug mein Kalb, ich sag dir was,
Klingt nach Blumen, es ist nur Gras."
Willst kleines Kalb du mit mir grasen?
Ich hab nen wirklich schönen Rasen.
Meine Knaben geben leckeres Heu,
und Gerste, Mais, Weizen und Spreu.
"Vater siehst du auf dem Feld so alt
Ährkönigs Knaben-Kälber Gestalt"
"Mein Kalb, mein Kalb, ich seh auf der Au'
Es scheint das junge Weizen so blau"
"Ich triebe dich weiter nur für dein Horn
Doch läufst du nicht weiter, sticht dich der Dorn"
"Mein Vater, mein Vater, jetzt grast er mich an,
Ährenkönig bietet Salzstein mir an!"
Der Vater grast, beeilt sich geschwind
Hält in den Armen das muhende Rind
Erreicht den Stall mit Muhen im Lot
In seinen Hufen das Rind war Brot